Neue Glocken für die St. Wenceslaikirche

Neue Glocken für die Stadtkirche St. Wenceslai in Wurzen

Ihre Spende wird bald klingen, sie können Sie bald hören!

2019 wird die Wurzener Stadtkirche St. Wenceslai neue Glocken erhalten. Die Vorfreude auf die Glockenweihe und das erste Läuten steigt bei der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, je näher die Ereignisse rücken.

Doch weshalb müssen denn neue Glocken gegossen werden, die alten hört man doch noch gut? Dies stimmt nur zum Teil, denn wir hören nur noch zwei Glocken zu den Gottesdiensten läuten. Die mittlere große Glocke ist gerissen. Aber alle drei Glocken rosten von innen und von außen. Zu allem Übel hält auch der stählerne Glockenstuhl den dynamischen Beanspruchungen durch die schwingenden Glocken nicht mehr stand.

Foto K. Just
Foto K. Just

Der Glockenschlag von einem Kirchturm gehört zu unserer Heimat, wenn er ausbliebe, würde sicher vielen etwas fehlen, auch wenn man nicht zum Gottesdienst geht oder der Kirche fern steht. Deshalb bittet der Förderverein zur Erhaltung der Wurzener Stadtkirche St. Wenceslai e.V. weiterhin um Spenden für das neue Geläut der Wenceslaikirche. Der Verein bestätigt Ihre Spende natürlich gern mit einer Spendenquittung, auch für kleinere Beträge. Jeder Euro ist willkommen und wichtig!

Glockenklang – die Wurzener Bürger, egal ob Christ oder Nichtchrist, empfinden das vertraute Läuten von Glocken als einen Wohlklang, als romantisch und auch besinnlich. In einer Welt voller Lärm durch Verkehr, Arbeit und Radios übertönt das Läuten der Glocken einer Kirche diesen Krach durch Harmonie und Schönheit. Das Glockenläuten begleitet uns Menschen durch die Zeiten und durch unser Leben. Die Glocken verkündeten und verkünden Freude, Trauer und Leid, Not, Gefahr und Dank und schließlich auch den Stundenschlag des Tages.

Lassen Sie uns einen kleinen Blick in die Geschichte der Glocken unserer Wenceslaikirche werfen.

Bereits um 1500 ist von drei Glocken in St. Wenceslai die Rede. In der Wurzener Kreuz- und Marterwoche 1637, während des Dreißigjährigen Krieges, wurden nicht nur die Kirche, sondern auch diese ersten Glocken zerstört. Schon 1673, mit der Einweihung des wiederaufgebauten Gotteshauses erklingt die erste, neue Glocke. Die beiden anderen Glocken kommen 1678 hinzu. 1812 zersprang die große Glocke und musste vom Glockengießer Berger aus Leipzig neu gegossen werden.

1911 erhielt das Glockengeläut nicht nur ein Uhrwerk, sondern auch eine elektrische Läuteanlage. Bis dahin wurden fünf kräftige Männer benötigt, die das Dreiergeläut in Schwingung versetzten. Damit fiel im Übrigen die Stelle des (städtischen) Türmers weg.

Der Erste Weltkrieg forderte in Wurzen neben viel zu vielen Menschen auch materielle Opfer. Die Reichsregierung erließ 1917 eine Anordnung, nach der Bronzeglocken beschlagnahmt, enteignet oder freiwillig abzugeben seien. So wurden die drei Glocken am 27.und 28. Juni 1917 herabgelassen und auf dem Gießereigelände der Firma Klinkhardt eingelagert. Eingeschmolzen wurden dann nur zwei der mittelalterlichen Glocken. Allein die mittlere Glocke entging diesem Schicksal, weil sie nur einen „mäßigen Kunstwert“ hatte. Sie wurde in Wurzen eingelagert. Die Wenceslaikirche hatte ihre Glocken für Kaiser und Vaterland verloren. Es wurde still um die Kirche. Doch 1918 erbot sich ein zunächst unbekannter Stifter, drei Ersatzglocken aus Gussstahl herstellen zu lassen. Dieses Angebot wurde dankbar angenommen. Nach dem Guss der Glocken in Apolda und der Prüfung durch den Musiksachverständigen kamen die drei Glocken per Bahn in Wurzen an, wurden auf bereitgestellte Wagen umgeladen und geschmückt mit Eichenlaub, Tannengrün und Rosengirlanden, zur Wenceslaikirche gebracht. Am 31. Juli 1919 wurden die Glocken aufgezogen und ließen ihren friedlichen Klang nach der Weihepredigt des Pfarrers erstmals über Wurzen erschallen. Als Stifter der drei Glocken gab sich Herr Kaniß, Unternehmer aus Wurzen, zu erkennen.

Die mittlere Glocke aus Gusseisen 1918 Foto K. Just
Die mittlere Glocke aus Gusseisen 1918 Foto K. Just

Die mittlere Glocke aus Bronze wurde aufbewahrt. Ihr Schicksal wurde dann im Zweiten Weltkrieg besiegelt. Sie musste ebenfalls abgegeben werden und wurde eingeschmolzen.

Das historisch und künstlerisch wertvolle Geläut von St. Wenceslai war das Vermächtnis einer leidgeprüften Generation nach dem Dreißigjährigen Krieg. Es sollte den nachkommenden Generationen zu friedlichen Zwecken dienen. Im 20. Jahrhundert wurde das Metall der Glocken missbraucht, indem Kriegsgerät hergestellt wurde, das Tod und Leid über die Menschen gebracht hat.

Nunmehr sind die drei gusseisernen Glocken und der Glockenstuhl wie oben bereits erwähnt, ausgeschlagen, defekt und müssen so ersetzt werden.

Seit 2014 arbeitet die Kirchgemeinde an der Erneuerung der Glockenanlage im Kirchenturm. Nach umfangreichen Untersuchungen über das Schwingungsverhalten der Glockenanlage im Turm und die statische Berechnung des neuen Glockenstuhles aus Eiche wurde schließlich 2016 die Baugenehmigung erteilt. Im selben Jahr entwarf der Metallgestalter Peter Luban aus dem Vogtland die äußere Gestaltung der Glocken. Diese Glockenzier trägt Symbole zur Geschichte der Kirche und der Stadt Wurzen, zu kirchlichen Festen wie Taufe, Hochzeit und Beerdigung sowie einen Bezug zur wohl drängendsten Aufgabe, die immer wieder vor uns steht, der Erhaltung des Friedens.

Das neue Geläut soll im 1.Quartal 2019 gegossen werden. Die feierliche Glockenweihe ist für den 29./30.6. 2019 geplant. Zum ersten Mal sollen sie am 1. September 2019, dem Weltfriedenstag, erklingen. Die alten Glocken werden am 3. März 2019 zum letzten Mal geläutet.

Zur vollständigen Finanzierung der drei neuen Glocken und des Glockenstuhles fehlen trotz vieler, auch großzügiger Spenden noch 9.000 €. Wir bitten deshalb alle, denen die Glocken in Wurzen am Herzen liegen um einen kleinen oder auch großen Beitrag zugunsten dieses für die Kirchgemeinde großen Vorhabens.

Bankverbindung des Fördervereins: Kassenverwaltung Grimma

IBAN: DE61 35060190 16704090 38,

BIC GENODED1DKD

bei der Bank für Kirche und Diakonie

Kennwort: RT 6003 FöV „St. Wenceslai-Glocken“


Der Förderverein sammelt für neue Glocken und einen neuen Glockenstuhl.

Das vorhandene Geläut sowie der Stahlbau-Glockenstuhl sind defekt und müssen ersetzt werden. Die Glocken dürfen nicht mehr geläutet werden, lediglich die mittlere Glocke darf noch vom Schlegel angeschlagen werden.

 

Glocken:(Stahl) unt. Durchmesser Gewicht Ton
Große:  190cm  2,7 t Des
Mittlere:  148 cm   1,25 t F
Kleine:  124 cm  0,7 t As

Inschriften
Alle drei:
„Der Kirchgemeinde seiner Vaterstadt gab dieses Geläut in Zeiten schwerer Not Wilhelm Kanis Reform. Tag 1918“
Große: Gott zur Ehre den Nachkommen zur Lehre
Mittlere: Erz gab ich Eisen empfing ich
Kleine: Gott schütze und segne Deutschland

Tagesglocke (7 /12 /17 Uhr): die mittlere Glocke

1917 für die Kanonenproduktion wurden 2 der alten Bronzeglocken eingeschmolzen (Glockenfriedhof Leipzig Thonberg nicht wiedergefunden) 1942 wurde die dritte, bereits eingezogene Glocke aus dem gleichen Grunde eingeschmolzen.

Das neue Geläut wird in 4. Quartal in der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe Fa. Bachert, Karlsruhe gegossen. Es besteht wieder aus 3 Glocken mehreren Tonlagen. Dieses Geläut wird auf das Geläut des Doms St. Marien in Wurzen abgestimmt, so dass beim zeitgleichen Läuten ein harmonischer Klang entsteht. Ansonsten erhalten die neuen Glocken die Maße der alten Glocken.